Südufer Alpnachersee

Das Städerried und seine Nutzung im Wandel

Das Südufer des Alpnachersees sowie das Sarneraatal haben sich über die letzten 150 Jahre stark gewandelt.

Die heutige Landschaft ist massgeblich durch menschliche Aktivitäten geprägt:

  • Die Umleitung der Grossen Melchaa in den Sarnersee (um 1880),
  • die Umleitung der Kleinen Schliere direkt in den Alpnachersee (um 1890),
  • der Bau des Schlierenrütisammlers am Ende der Grossen Schliere (um 1950),
  • der Aufstau des Wichelsees für das Kraftwerk Sarneraa (1955)

haben die ehemalige Hochwasserdynamik und die Geschiebeführung im Unterlauf der Sarneraa stark reduziert.
In den 1950er Jahren wurde der Unterlauf der Sarneraa kanalisiert.

Damit wurde Platz geschaffen für:

  • den Ausbau des Flugplatzes Alpnach und
  • die Gewinnung von intensiv nutzbaren Landwirtschaftsflächen.

Die Kiesgewinnung im Delta der Sarneraa (ab 1920, intensiv von 1950 bis 2000) führten zu einem Verlust von Flachwasserzonen und Flachmooren am Alpnachersee.

Die baulichen Massnahmen und Nutzungsveränderungen haben den Naturraum über die letzten 150 Jahre stark beeinträchtigt. Trotzdem spielt das Städerried weiterhin eine grosse Bedeutung für den Erhalt und Schutz der Natur sowie als Erholungsraum für Menschen.

 

Heute sind hier mehrere Schutzgebiete vereint: Naturschutzzone Städerried (seit 1976), national geschützte Flachmoore und Auen, Vogelschutz-gebiet und das BLN-Gebiet (Bundesinventar für Landschaften und Naturdenkmäler).

Istzustand und Entwicklung
Die unteren Abbildungen dokumentieren die historische Entwicklung des Landschaftsraumes. Ohne das Aufwertungsprojekt würde sich die Uferlandschaft nur sehr langsam verändern, da die ursprüngliche Geschiebezufuhr der Sarneraa praktisch unterbunden ist. Mit den Seeschüt-tungen kann die Wiederherstellung von wertvollen Flachwasserzonen und eines dynamischen Deltas in Teilbereichen begonnen werden.

Karte vom gesamten Sarneraatal von ca. 1950 mit den historischen Fliessverläufen
Zustand 1943, Luftbilder: kleine Schliere ist bereits kanalisiert, Mündung Sarneraa immer noch in Talmitte (Quelle: map.geo.admin.ch)
Zustand 2016, Kiesabbau eingestellt; heutige Uferlinie mit Buchten und (Halb-) Inseln durch Kiesbaggerungen entstanden (Quelle: map.geo.admin.ch) Rote Linie = Wasserbauerprojekt Aufwertung Südufer Alpnachersee

Teilprojekt Mündungsbucht

Die Seeschüttungen am Alpnachersee werten den Naturraum auf und ermöglichen die umweltverträgliche Verwertung von Aushub- und Ausbruchmaterial aus dem Hochwasserentlastungsstollen Ost an der Sarneraa.
 

Schaffung von wertvollem Naturraum 

Durch intensiven Abbau von Kies und Sand über Jahrzehnte entstanden am Südufer des Alpnachersees Buchten und tiefe Baggerlöcher, wodurch der ökologisch wertvolle Seeuferbereich massiv beeinträchtigt wurde. Im Zuge des Aufwertungsprojekts im Mündungsbereich der Sarneraa werden die Baggerlöcher nun teilweise wieder gefüllt. Auf der Fläche des ehemaligen Flussdeltas der Sarneraa sollen durch Aufschüttungen Teile der ursprünglichen Flachwasserzonen wieder hergestellt, neue Flachmoorflächen geschaffen sowie die Neubildung eines natürlichen Flussdeltas angestossen werden. Das Südufer des Alpnachersees stellt ein beliebtes Naherholungsgebiet dar. Das Gebiet wird auch nach Umsetzung der Massnahmen für die Erholungsnutzung und Naturbeobachtungen erhalten bleiben.   

Schüttkonzept – Materiallieferung Mündungsbucht

Ökonomischer und ökologischer Nutzen 

Hauptziel ist die ökologische Aufwertung des Südufers des Alpnachersees. Darüber hinaus kann durch das Projekt überschüssiges Aushub- und Ausbruchmaterial aus dem Hochwasserentlastungsstollen Ost sowie Material des Projekts Kraftwerkerneuerung Ritom (Tessin) umweltgerecht und kostengünstig verwertet werden. Die Realisierung der Massnahmen ist auf den Zeitplan dieser Projekte abgestimmt. Das Überschussmaterial aus dem Tessin fällt seit Juni 2019 an. Seither werden etappenweise Unterwasserschüttungen ausgeführt. Das Material wird mit dem Zug bis Flüelen und von dort bis viermal täglich per Klappschiff bis zum Alpnachersee transportiert. Das Material aus dem Stollenvortrieb an der Sarneraa wird vom Auslaufbauwerk des Hochwasserentlastungsstollens aus über 3 km mit Lastwagen zum See transportiert. In enger Zusammenarbeit mit der Umweltbaubegleitung und den kantonalen Fachstellen wird durch diverse Massnahmen sichergestellt, dass ausschliesslich sauberes Schüttmaterial verwendet wird und die ökologischen Anforderungen gewährleistet sind.  

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